ONCFS – Portrait

DSC03706Charlotte Kourkgy – Agraringenieurin und Master in Ökologie – Beauftragte des LIFE-ALISTER-Projekts beim ONCFS

Vom Wolf zum Feldhamster, ist das nicht eher kurios?

In 2011 wurde ich in die Nationale Behörde für Jagd und wildlebende Tiere -Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage- für Zwecke meines Master-Praktikums aufgenommen. In Gesprächen mit meinen Kollegen erfuhr ich, dass es im Elsass ein nicht alltägliches Nagetier gab, das viel von sich reden machte. Wie der Wolf, den ich vorher studiert hatte, sprach der Feldhamster die Problematik des Zusammenspiels zwischen der Aktivität der Menschen und dem Platz der Natur an. Für den Erhalt einer Tierart zu arbeiten, die früher als schädlich angesehen wurden, ist eine Herausforderung, die ich annehmen wollte!

Warum wirkst Du am LIFE-ALISTER-Projekt mit und wie sieht Deine Aufgabe innerhalb des Programms aus?

Ich glaube, dass die größte Herausforderung beim Erhalt des Feldhamsters darin besteht, die Bedürfnisse aller betroffenen Akteure in Einklang zu bringen. Manche sehen das Projekt als Bremse für die lokale Stadt- und Wirtschaftsentwicklung und andere als großartigen Indikator des guten ökologischen Zustands der Agrarumwelt an, eine „Schirmart“ in unserem Jargon. Ich glaube, an diesem Multipartner-Programm mitzuwirken, beinhaltet, sich allen Gesichtspunkten zu stellen und den Komfort seines eigenen „Baus“ zu verlassen!

Ich arbeite eng mit der Landwirtschaftskammer der Region Elsass zusammen. Wir versuchen, Agrarpraktiken zu entwickeln, die für den Feldhamster günstiger sind. Meine Rolle besteht darin, die Hamster in ihrer natürlichen Umgebung zu betreuen, um zu erfahren, ob der Lebensraum, den man durch sogenannte innovative Praktiken ändert, ihnen zusagt.

Aus was besteht diese Betreuung?

Ab April, wenn die Hamster aus ihrem Winterschlaf erwachen, versuchen wir sie einzufangen und zu markieren, um sie bei folgenden Fangaktionen wiederzuerkennen. Die Weibchen werden mit Sendern ausgestattet, wodurch wir sie anschließend orten und den Bau finden können, in dem sie wahrscheinlich ihre Jungen aufziehen. Danach stellen wir Fotofallen auf, die auslösen, wenn es eine Bewegung rund um den Bau gibt, um so das Vorhandensein von Jungtieren zu dokumentieren.

Wenn wir es schaffen zu beweisen, dass die in einer verbesserten Agrarpraktik lebenden Weibchen länger überleben und eine bessere Vermehrungsrate haben als in einer herkömmlichen Praktik (mehr Junge in Zeiten landwirtschaftlicher Aktivität), so können wir die Tatsache bestätigen, dass erstere Praktik für die Tierart vorteilhaft ist.

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