Direktsaat auf eine lebendige Vegetationsdecke: ein sachdienliches System!

24 juillet 2017
 

An die fünfzehn elsässische Landwirte nahmen an der zweiten Studienreise von LIFE Alister teil, die am 17., 18. und 19. Mai 2017 in den Regionen Ile-de-France und Centre Val-de-Loire stattfand. Diese Reise folgte auf die Schulung „Direktsaat auf eine lebendige Vegetationsdecke: die richtige Wahl“ vom 07. und 15. März dieses Jahres mit Jérôme Labreuche (Arvalis – Institut du végétal [„Pflanzenbauliches Institut“]) und Hubert Charpentier (Agronom und Landwirt im CETA).

Für die elsässischen Landwirte war es die Gelegenheit, Gedanken mit den Agrarbetriebsleitern auszutauschen, die bereits die Techniken der Direktsaat auf Vegetationsdecke und ständige Bodenbedeckung übernommen haben, wie sie auch auf den Versuchsparzellen von LIFE Alister ausprobiert werden.

CAA - Hubert Charpentier

Die Teilnehmer besuchten eine Versuchsstation und vier Agrarbetriebe (Foto bei Hubert Charpentier aufgenommen).

In Boigneville (Departement Nr. 91) stellte Jérôme Labreuche auf der Versuchsstation Arvalis – Institut du végétal die der Bodenbearbeitung gewidmete Testplattform vor. Die Fruchtfolge Raps – Gerste – Zuckerrübe – Weizen wird mit verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren bewirtschaftet: Pflügen im Herbst, flache Bearbeitung, Direktsaat und Strip-Till. Wenn die Pflugmodalitäten auch als Referenzen in Bezug auf Ertrag dienen, so sind die Ergebnisse bei Zuckerrüben im Strip-Till-Verfahren in den letzten Jahren besser, was es zu einer sehr vielversprechenden Technik macht. Jérôme Labreuche warnte die Landwirte jedoch vor einem stärkeren Parasitismus (Schnecken, Krähen) bei Anwendung der Strip-Till- und Direktsaat-Techniken.

Am nächsten Tag in Brives (36) im Landwirtschaftsbetrieb La Boisfarderie ließ Hubert Charpentier seine Parzellen besichtigen, auf denen er die Fruchtfolge Erbse (oder Linse) – Raps + Luzerne – Hartweizen – Weizen praktiziert, wobei er seine 17 Jahre Erfahrung mit Saat auf Vegetationsdecke mit den Landwirten teilte. „Die Luzerne wird zusammen mit Raps ausgesät; sie kann sich 6 Jahre halten, wenn die Parzelle nicht verschmutzt, und erbringt dem Weizen 80 Stickstoffeinheiten!“

Bezüglich Getreide und Hülsenfrüchtler sind bei Hubert Charpentier die Erträge aus Direktsaat auf Vegetationsdecke höher als aus Bodenbearbeitung und die Kosten reduzieren sich um die Hälfte! Die Bedeckungen werden ihrerseits durch niedrige Herbiziddosen gepflegt, um weder die Mikroflora aus dem Gleichgewicht zu bringen noch die Bakterien zu töten, die für das gute Funktionieren des Bodens wesentlich sind.

Am dritten Tag führte Hubert Charpentier die Gruppe zu Michel und Damien Fradet in Chasseneuil und dann zu Jean-François Feignon in Rivarennes, die den elsässischen Landwirten den Übergang auf ihren jeweiligen Höfen vor 4 – 5 Jahren zu einem Anbausystem aus Direktsaat auf Vegetationsdecke und die daraus gezogenen Vorteile detaillierten: Beschränkung der Fungizide und Insektizide, Einbringung organischer Substanzen in den Boden, Futter für die Tiere durch die Bodenbedeckung usw.

Auf dem Weg nach Hause wurde die Landwirtegruppe in Pougny (58) von Mickaël Geloen empfangen, Führungskraft der europäischen wirtschaftlichen Interessengemeinschaft Magellan („Groupement d‘Intérêt Economique Européen“ oder „GIEE“)[1]im landwirtschaftlichen Betrieb von Thierry Beauvais. Mickaël Geloen und Alain Krebs, Präsident der GIEE Magellan, erläuterten zuerst die Ziele dieser in 2015 gebildeten Interessengemeinschaft: Fruchtbarkeit des Bodens durch Einfügen von Hülsenfrüchtlern in den Umlauf verbessern, Betriebsaufwand (Einsatzstoffe) und Strukturaufwand (Mechanisierung) vermindern, Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger reduzieren.  Thierry Beauvais beschrieb dann seinen Übergang von einem Anbausystem aus 280 ha gepflügtem Boden zu einem System aus 350 ha Direktsaat.

Nach Besichtigung einer Parzelle mit auf Luzernebedeckung angebautem Mais konnten die Landwirte aus dem Elsass und dem Nivernais ihre Gedanken über die der pfluglosen Ackerkultur eigenen Anbautechniken austauschen (Unkrautbekämpfung, Beherrschung der Konkurrenz zwischen Bedeckung und Kulturpflanze).

Diese Reise war wieder ein großer Erfolg bei den elsässischen Landwirten, die ihre Ansichten einander gegenüberstellen und ihre Erfahrungen mit anderen Landwirten, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen. teilen konnten. Die Gruppe fuhr ins Elsass zurück mit dem Drang, die Versuche fortzusetzen, um die Techniken und Kombinationen aus Anbauten und Bedeckungen zu erkennen, die in ihren Betrieben vor dem elsässischen, bodenklimatischen Hintergrund funktionieren.



[1] Mobilisierung der Landwirte für Umgang und Bewertung von Anbausystemen mit Bedeckungen aus Hülsenfrüchtlern zur  Beherrschung von Unkräutern und N (Stickstoff)

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