Feldhamster und Hamster in Stadtrandgebieten

2 February 2018
 

Der Feldhamster hat gezeigt, dass er sich in gewissem Maß an das siedlungsnahe Umfeld anpassen kann, denn in mehreren europäischen Ländern besiedeln manche Populationen stadtnahe Gebiete oder haben diese besiedelt (Ukraine, Österreich, Polen, Slowenien, Tschechische Republik, Russland, Deutschland): Gärten, Obstanlagen, städtische Parke, Friedhöfe. Im Rahmen des Projekts ALISTER haben wir uns von diesen Erfahrungen inspirieren lassen, um neue Ideen für die Entwicklungsmöglichkeiten dieser Tierart zu entwerfen. Dabei haben wir versucht, zwei eigentlich gegensätzliche Dinge in Einklang zu bringen: die fortschreitende Urbanisierung und den Erhalt des Hamsters.

Unsere Arbeit bestand darin, Hamster in der Nähe städtischer Zonen anzusiedeln, um deren Bedeutung zu bewerten und zu prüfen, ob diese Bereiche sich möglicherweise für das Überleben der Art nutzen lassen. Zahlreiche Partner, ohne die unsere Studie nicht möglich gewesen wäre, waren damit einverstanden, dass wir auf ihrem Gelände Hamster auswildern. Hierbei handelt es sich um die Gemeinde Holtzheim (deren Bürgermeisterin, Frau Imbs, sich sehr dafür eingesetzt hat), auf dem Gelände der PIC SE (Plate-forme Industrielle du Courrier Strasbourg-Europe) und um die Gemeinde Schiltigheim, auf dem Gelände des IUT (Institut Universitaire de Technologie) Louis Pasteur der Universität Straßburg.

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Auf die Bitte um eine Ausnahmeregelung hin, die an das Ministerium gerichtet wurde, hat das Comité National de Protecton de la Nature (Nationales Komitee Naturschutz) unser Projekt positiv beschieden und ein besonderer Erlass wurde veröffentlicht, der es uns erlaubte, ganz zu Beginn des Sommers 40 Weibchen auszusetzen (Foto: N. Busser). Zuvor hatten wir die entsprechenden Parzellen untersucht und an jedem Standort etwa 1500 m2 Wiesenfläche um Blumen und Futtermittel ergänzt, damit sich die Tiere wohlfühlen und Nahrung sowie Schutz gegen natürliche Feinde finden.

Gleich nach dem Freisetzen begann die Beobachtung der einzelnen Tiere, unter Einsatz mehrerer sich ergänzender Methoden (antenne de détection, pièges à trace, caméra thermique, caméras infra-rouge). (Peilantenne, Spurenfallen, thermische Kamera, Infrarot-Kameras). In einem vorhergehenden Newsletter.

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wurde eine typische Beobachtungsrunde vorgestellt.

 

Informationstafeln wurden entwickelt und an den beiden Orten der Studie angebracht, um das Personal über das Projekt zu informieren und darüber, welche Vorsichtsmaßnahmen angesichts einer bedrohten Tierart zu ergreifen sind..Eine für diese Freisetzungsvorgänge spezifische Kommunikation wurde ebenfalls erstellt, um die Orte und Gemeinden, die sich für die Teilnahme an dieser einzigartigen Erfahrung bereit erklärt haben, von anderen zu unterscheiden.

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Diese Studie wird (wenn ihre Ergebnisse und die Ergebnisse anderer vom CNRS Centre National de la Recherche Scientifique, Französisches Zentrum für wissenschafltiche Forschung durchgeführter Studien positiv ausfallen)zu Empfehlungen für den Umgang mit Hamstern in stadtnahen Zonen führen (damit sie diese Zonen besser durchqueren oder sich dort besser ansiedeln können), indem Bedingungen identifiziert werden, die ihre Ansiedllung begünstigen.

Die Umsetzung dieser Empfehlungen sollte es ermöglichen, den Einfluss von verstädterten Bereichen oder von Brachen auf das Überleben des Feldhamsters in Einklang zu bringen, indem die Bewirtschaftung der Zonen angepasst wird, in denen Hamsterpopulationen vorhanden sein könnten.

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