Der Ratgeber mit nützlichen Empfehlungen ist fertig!

7 février 2019
 

Zu den verschiedenen Aktionen des LIFE Alister-Projekts gehört auch eine besonders innovative Herangehensweise für die Erhaltung dieser Tierart. Es geht darum, neue Umgebungen zu finden, in denen sich Hamster-Populationen entwickeln können. Genauer gesagt handelt es sich darum, potenzielle Ansiedlungsbereiche in Vorstadtgebieten zu identifizieren. Diese Vorgehensweise beruht auf der Tatsache, dass der Feldhamster in einigen Ländern Europas gut mit Stadtbewohnern zusammenlebt, manchmal sogar mitten im Herzen der Stadt, wie beispielsweise in Wien. Odile Petit, CNRS, leitete eine Studie zu dieser neuen Herangehensweise, die sich insbesondere in der Ausarbeitung eines Ratgebers für Stadtentwickler und Vertreter von Gebietskörperschaften widerspiegelt.

Die Zusammenführung von Hamster-Populationen

Einer der Gründe für den Rückgang der Feldhamster-Populationen liegt in der Zersplitterung seines Reviers. In einem elsässischen Tal mit hoher Bevölkerungsdichte, ausgedehnter Verkehrsinfrastruktur und zunehmender Urbanisierung ist der Lebensraum des Feldhamsters begrenzt und es fällt dem Nager immer schwerer, Hamster-Weibchen während der Paarungszeit zu finden. Es ist deshalb von größter Wichtigkeit, dass die verschiedenen Hamster-Populationen wieder zusammengeführt werden können, sei es durch Wildtierpassagen (Verkehrsinfrastruktur) oder durch die Ansiedlung von Feldhamstern in Vorstadtgebieten*, die eine Brücke zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen, dem natürlichen Habitat des Feldhamsters, bilden können.

Das CNRS führte von 2016 bis 2018 eine Studie durch, die aus mehreren Phasen bestand und in kontrollierter Umgebung in der Aufzuchtstation sowie danach im Außenbereich durchgeführt wurde. Diese Studie bringt Odile Petit und ihre Teamkollegen heute zu der Schlussfolgerung, dass Vorstadtgebiete im Rahmen der Wiederzusammenführung von Hamster-Populationen und unter bestimmten Bedingungen im Hinblick auf geltende Gesetzesvorschriften ein gewisses Interesse darstellen.

Photo Yolan Richard

Foto Yolan Richard

Notwendige Rahmenbedingungen

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Die Freilassung von gezüchteten Feldhamstern zur Verstärkung der in freier Natur lebenden Hamster-Populationen basiert auf genauen Kenntnissen zu dieser Tierart und ihren Bedürfnissen, aber auch hinsichtlich der gesetzlichen Vorschriften, die für geschützte Tiere wirksam sind. Der Feldhamster ist nachtaktiv und hält Winterschlaf. Er muss sich vor Raubtieren schützen, er muss sich ernähren und die für den Winter notwendigen Futterreserven anlegen. Dafür benötigt er eine passende pflanzliche Umgebung und Ruhezonen. Auch die Bodenbeschaffenheit scheint für das Anlegen eines Hamsterbaus von wesentlicher Bedeutung zu sein. Im Elsass findet man vorwiegend lösshaltige Böden. Die Studie zeigte jedoch, dass sich der Feldhamster auch unter einem Baum, wo der Boden von den Wurzeln aufgelockert wurde, ansiedeln kann. Der Ratgeber liefert eine Synthese der durchgeführten Forschungsarbeiten. Dazu gehören dokumentarische Inhalte, die im Labor durchgeführten Experimente (Auswirkung der Lichtverschmutzung auf die Gesundheit und Fortpflanzung des Tieres) und das Projekt der Freilassung von Feldhamstern an zwei elsässischen Standorten. Abschließend enthält der Ratgeber auch sehr genaue Aktionspläne mit nützlichen Empfehlungen, wie zum Beispiel für das Anlegen von Blumenwiesen oder hinsichtlich der Beleuchtung oder der Gefahren von Abwassersystemen (tödliche Fallen für viele Kleintiere).

To conclude, is it possible to have European Hamsters in urban periphery areas?

Diese völlig neue Studie zeigt Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern in Umweltfragen, dass die Überlegungen zum Thema „Natur in der Stadt“ weitergeführt werden müssen. Dabei handelt es sich vielleicht nicht um die vorrangige Methode zum Erhalt der Tierart, denn Priorität ist dem Schutz des Feldhamsters in seinem natürlichen Habitat zu geben. Doch die Arterhaltung kann auch durch komplementäre Maßnahmen gefördert werden. In diesem Kontext könnte es interessant sein, Vorstadtgebiete zu nutzen, um räumlich getrennte Populationen wieder zusammenzuführen, denn die durch die Urbanisierung hervorgerufene Zersplitterung seines Lebensraums gefährdet zweifelsohne das Überleben des Feldhamsters. Ergänzende Studien sind noch durchzuführen, um zu prüfen, ob sich Feldhamster auch in Vorstadtgebieten fortpflanzen können.

Ratgeber herunterladen here

couv guide

*Vorstadtgebiet meint hier eine künstlich gestaltete Fläche, bebaut oder unbebaut, die direkt an landwirtschaftliche Nutzflächen (vorzugsweise geschützt, entsprechend der Verordnung vom 9. Dezember 2016, bezogen auf das Habitat des Feldhamsters) angrenzt.

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