Kann man den Einfluss der Versuche mit innovativen Anbauten auf die Bodenqualität messen?

15 June 2016
 
Blé dans un sous-semi de trèfle

Blé dans un sous-semi de trèfle

Seit dem Jahre 2014 dienen mehrere Hektar landwirtschaftlicher Flächen den Erprobungen im Rahmen des LIFE-Alister-Projekts. Es geht vor allem darum, die Praktiken der pfluglosen Bodenbearbeitung (Strip till), die mit Untersaat verbundenen Anbauten und die Zwischenfruchtanbauten zu testen.

Heute wirken 150 Landwirte im Elsass an diesen Versuchen mit, die die Landwirtschaft von morgen ausmachen werden.

Ziel ist die Identifizierung der besten agrarwissenschaftlichen Angebote, um einer für den Agrarbetriebsleiter interessanten landwirtschaftlichen Produktivität zu genügen und dem Feldhamster das Überleben zu ermöglichen. Die Feldhamsterpopulation ist gleichwohl nicht der einzige Gradmesser der Biodiversität, der das Messen der Wohltaten dieser Techniken erlaubt. Die LIFE-Alister-Partner berücksichtigen das Vorhandensein anderen Tierarten, um den Wert ihrer Aktionen zu bestimmen. Der Fall der Springschwänze (Collembola) ist ein Beispiel.

Die Springschwänze sind Mikroorganismen, die sich im Boden befinden. Genauso wie die Regenwürmer machen sie Humus aus Pflanzenmaterial. Sie tragen dadurch zur Bodendynamik bei. Sie sind der Indikator für gute Gesundheit des Ackerbodens.

Prélèvement de terre

Prélèvement de terre

Das CNRS in Zusammenarbeit mit dem ONCFS entnahm Bodenproben, um die Menge der darin enthaltenen Springschwänze zu messen: 2 Bohrkerne mit einem Durchmesser von 9 cm und einer Länge von 10 cm pro Gebiet wurden untersucht.

Ziel war das Ziehen von Vergleichen zwischen Flurstücken mit innovativen Anbauten und Flurstücken mit sogenannten herkömmlichen Kulturen. Auf jedem landwirtschaftlichen Flurstück wurden fünf Entnahmen vorgenommen und durch die Abteilung Ökologie, Physiologie und Ethologie des multidisziplinären Instituts Hubert Curien (CNRS, Universität Straßburg) analysiert, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Laboratorium Ökologie & Biodiversität der Katholischen Universität Lille.

Die Zahl der Springschwänze ist auf den innovativen Flurstücken systematisch bedeutsamer, im Durchschnitt 4-mal höher. Die durchschnittliche Fülle auf einem herkömmlichen Flurstück beträgt 15,5, wogegen sie auf einem innovativen Flurstück auf 67,5 kommt.

Der spezifische Reichtum (Zahl der Arten) ist ebenfalls bedeutsamer auf den innovativen als auf den herkömmlichen Flurstücken.

Die Bestätigung, wenn es einer solchen überhaupt bedurfte, dass LIFE Alister von der Gesamtheit der Biodiversität der elsässischen Tiefebene profitiert.

 

Collembole : Orchesella villosa Crédit photo : Cédric Devigne, Université Catholique de Lille

Collembole : Orchesella villosa
Crédit photo : Cédric Devigne, Université Catholique de Lille

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