Das Verschwinden des Feldhamsters betrifft nicht nur Frankreich

18 September 2018
 

Den Feldhamster, eine Art, die nach und nach verschwindet und die in Frankreich ausschließlich im Elsass anzutreffen ist, findet man auch im Osten Europas. Es gibt ihn in Deutschland, Belgien, Österreich, den Niederlanden, Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien, einem Teil der Krim und in Russland. Beobachter stellen in den meisten dieser Länder einen beunruhigenden Rückgang der Populationen fest (siehe nachstehende Karte). 

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Internationale Treffen in Straßburg 

Seit 1994 treffen sich jedes Jahr Wissenschaftler, Experten und kundige Liebhaber, die sich mit dem Erhalt der Art befassen, um die Ergebnisse ihrer Arbeiten und ihr Fachwissen untereinander auszutauschen.  Dieses Jahr findet das 25. Treffen der Hamster WorkGroup vom 4. bis 6. Oktober 2018 in Straßburg statt. Zuvor findet am 3. Oktober das Kolloquium zur Fortführung der Ergebnisse des Programms LIFE Alister statt. Diese Veranstaltung wird von den Partnern von LIFE Alister organisiert und findet statt am Institut Pluridisciplinaire Hubert Curien (IPHC) des CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique, Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung).

 

Überall dieselben Feststellungen 

Beim Zusammentragen ihrer Beobachtungen kommen die Experten aus den verschiedenen Ländern zu vergleichbaren Feststellungen: Der Feldhamster, der in bebauten Feldern lebt, scheint sich nicht an die moderne Landwirtschaft anzupassen. Ein Gewichtsverlust ist bei den Tieren festzustellen: Das Durchschnittsgewicht der Feldhamster im Elsass ist im Lauf des vergangenen Jahrhunderts (von 1937 bis 2014) um 21%*gesunken, was Folgen für das Überleben der Art und ihre Fortpflanzungsfähigkeit haben kann. Insbesondere die Verringerung der Reproduktion bestimmt das Überleben der Art, und diese Verringerung ist sehr besorgniserregend (siehe folgende Tabelle aus dem Bericht „Dramatic global decrease in the range and reproduction rate of the European hamster Cricetus cricetus“ von Alexey Surov, Agata Banaszek, Pavel Bogomolov, Natalia Feoktistova, Stefanie Monecke, 2016): Die Anzahl der Würfe ist von 2,43 im Jahr 1914 auf 1,63 pro Jahr im Jahr 2015 gesunken, aber insbesondere ist die Anzahl der Jungen pro Weibchen von 24,69 auf 5,58 gesunken! (Den ganzen Bericht hier herunterladen)

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Die Nahrung – ein Weg, den LIFE Alister zur Sprache gebracht hat

Studien, die in Frankreich von Mathilde Tissier und Caroline Habold vom CNRS, Institut IPHC (siehe oben), durchgeführt haben, haben das Thema Vitaminzufuhr beleuchtet, insbesondere den Vitamin-B3-Mangel bei einer Ernährung auf Basis von Mais. Durch Monokulturen hat das Tier (und nicht nur dieses) nicht die Möglichkeit, sich abwechslungsreich zu ernähren, was zu schweren Mangelerscheinungen führt.

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Derzeit werden Untersuchungen durchgeführt, die vom CNRS, der Landwirtschaftskammer des Elsass und dem ONCFS (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, Französisches Amt für Jagd und Wildtiere) gesteuert werden: Teilnehmende Landwirte machen Versuche zum Nutzen des Feldhamsters. Diese Art der Partnerschaft ist europaweit innovativ. Tatsächlich verfügt Frankreich über ein System, für das sich bestimmte europäische Länder, insbesondere dank des MAE-Systems (mesure agro-environnementale, landwirtschaftlich-umweltbewusste Maßnahme), interessieren. Dieses System ermöglicht es, vertraglich festgelegt Experimente auf einem Verbund von landwirtschaftlich genutzten Parzellen durchzuführen, was zu aussagefähigeren Ergebnissen führt. 

 

Andere Länder, die an den Treffen der Hamster WorkGroup teilnehmen, entwickeln auch Techniken, die auf den Erhalt der Tiere ausgerichtet sind. Anhand des Erfahrungsaustausches hoffen die Europäer, das Verschwinden der Feldhamster aufhalten zu können, mit dem die größten Pessimisten zwischen 2020 und 2038 rechnen (Quelle:Dramatic global decrease in the range and reproduction rate of the European hamster Cricetus cricetus“ von Alexey Surov, Agata Banaszek, Pavel Bogomolov, Natalia Feoktistova, Stefanie Monecke, 2016)

 

Landwirtschaftliche Technik, entwickelt in den Niederlanden

Hamster mitten in Wien

Sur Facebook : Préservation du Grand hamster en Pologne ou en Allemagne 

 * http://www.grand-hamster-alsace.eu/declin-du-hamster-en-alsace-pistes-reponses/

Den Feldhamster, eine Art, die nach und nach verschwindet und die in Frankreich ausschließlich im Elsass anzutreffen ist, findet man auch im Osten Europas. Es gibt ihn in Deutschland, Belgien, Österreich, den Niederlanden, Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien, einem Teil der Krim und in Russland. Beobachter stellen in den meisten dieser Länder einen beunruhigenden Rückgang der Populationen fest (siehe nachstehende Karte).

 

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