Die Aussaat einer Vielzahl von Kulturen begünstigt die Biodiversität und die Vermehrung des Feldhamsters.

2 February 2018
 

L’étude menée par le CNRS au Fort Joffre (siehe vorhergehende Artikel 1 und 2)wurde gerade in der Wissenschaftszeitschrift Oecologia 3.veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die von den Landwirten im Rahmen des Projekts Alister in Zusammenarbeit mit der CAA (Chambre d’agriculture de région Alsace, Elsässer Landwirtschaftskammer) und dem ONCFS (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, Französisches Amt für Jagd und Wildtiere) durchgeführten Arbeiten.

Zurück zur Studie des CNRS…

Um en Einfluss von Mais, Weizen und einer Mischkultur auf die Vermehrung des Hamsters und auf die damit verbundene Biodiversität zu bewerten, ohne dabei auf die Probleme der natürlichen Feinde oder der Verwendung von Pestiziden einzugehen, die man im Allgemeinen mit einer konventionnellen Herangehensweise in der Landwirtschaft verbindet, hat das CNRS im Fort Joffre 2015* eine Studie unter halb-natürlichen Bedingungen durchgeführt. *

Abbildung 1: Foto der umfriedeten Felder von Fort Joffre.

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 © Nicolas Busser – CNRS/IPHC.

 

Im Rahmen dieser Studie wurden 76 Parzellen (Abbildung 1) eingesätmit Mais, Weizen oder einer Mischkultur(Mais, Weizen, Sonnenblume, Luzerne: diese vier Kulturen wurden in Reihen ausgesät). Diese Felder wurden mit einem Netz geschützt und mit Zäunen, damit keine Raubtiere eindringen konnten (weder auf dem Landweg noch aus der Luft). Insgesamt wurden auf diesen eingefriedeten Feldern 36 Hamster (18 Männchen und 18 Weibchen) ausgesetzt (Abbildung 2), davon 6 Pärchen, d. h. 12 Hamster je Kulturtyp. Bis Mitte Juli hatte jedes Hamsterpärchen eine Parzelle von 16 m22 zur Verfügung. Dann wurde ein Durchgang zu einer benachbarten Parzelle geschaffen, der es den Hamstern ermöglichte, in dieser Parzelle nach Nahrung zu suchen. Ab diesem Datum hatte also jedes Hamsterpaar Zugang zu zwei Feldern mit derselben Kultur, d. h. 32 m22 Fläche, bis zum Ende der Studie (September 2015). Zusammenfassend ist zu sagen, dass also 36 Felder mit Hamstern besiedelt waren, 40 Felder nicht.

Figure 2 : Abbildung 2: Fotos von der Freisetzung von Hamstern im Fort Joffre.

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hamster

© Nicolas Busser, CNRS/IPHC.

Die freigelassenen Hamster wurden sowohl direkt als auch mit Infrarotkameras und Fotofallen beobachtet, außerdem durch Einfangen. Parallel dazu wurden in jedem Feld (also in den von Hamstern bewohnten und in denjenigen ohne Hamster) Erhebungen zur Fülle und zur Vielfalt von Wirbellosen und wild aufgegangenen Pflanzen.

(oder „Unkräutern“) durchgeführt, um Folgendes auswerten zu können: 1) Auswirkung der ausgesäten Kultur auf die Biodiversität und 2) Auswirkung des Hamsters auf die Vielfalt und die Fülle von wild aufgegangenen Pflanzen (oder „Unkräutern“).

Die Ergebnisse

und dies sogar, wenn man (wie hier) natürliche Feinde, Pestizide oder die mechanisierte Felbearbeitung ausschließt. Tatsächlich lag die durchschnittliche Anzahl an Jungen pro Weibchen in den Feldern „Mais“ und „Weizen“ bei < 1, während sie in den Feldern mit „Mischkultur“ bei > 3 lag (siehe Abbildung 3).

figure-3Abbildung 3: Durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Weibchen in den Feldern von Fort Joffre in Abhängigkeit von der Art der Kultur.

Die Buchstaben (a und b) zeigen markante Unterschiede (auf Basis eines statistischen Tests) zwischen den unterschiedlichen Feld-Arten. Angepasste Abbildung aus dem in Oecologia veröffentlichten Artikel, verfügbar hier.

Weiterhin hat die Aussaat mehrerer Kulturen (Parzellen mit Mischkultur) nicht nur die pflanzliche Biodiversität erhöht (mehr verschiedene Pflanzen, die dort wild aufgegangen sind, Abb. 4), sondern auch die Vielfalt und Fülle der Wirbellosen, von denen einige für die Funktionsweise der Böden und für die Bestäubung unverzichtbar sind. Interessante Tatsache betreffend wild aufgegangene Pflanzen (die in der Landwirtschaft ein Hindernis sein können, wenn sie die kultivierte Pflanze bedrängen): sie waren in einer größeren Vielfalt in den Feldern mit Mischkultur, aber ohne Hamster, vorhanden (im Vergleich zu den Feldern mit „Mais“ und „Weizen“) aber nicht in den Feldern „Mischkultur mit Hamstern“ (Abb. 4)..

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Abbildung 4: Vielfalt wild aufgegangener Pflanzen in den Feldern, je nach Art der Kultur und je nach Anwesenheit oder Fehlen von Hamstern im Feld.

Die Buchstaben (a und b) zeigen markante Unterschiede (auf Basis eines statistischen Tests) zwischen den verschiedenen Feld-Arten, wobei „ns“ das Fehlen eines Unterschiedes bedeutet. Angepasste Abbildung aus dem in Oecologia veröffentlichten Artikel,, verfügbar hier:

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Ci-contre, photo d’un hamster mangeant des adventices dans un enclos du Fort Joffre. © Florian Kletty, IPHC/CNRS

Diese Ergebnisse (Abbildung 4) zeigen, dass der Hamster, in seiner Eigenschaft als Allesfresser, als „Regulator“ für Unkraut gewirkt hat.. atsächlich haben wir feststellen können, dass die Hamster eine Vorliebe für bestimmte Wildpflanzen haben, wie z. B. Löwenzahn oder Klatschmohn, die in den mit Hamstern besiedelten Feldern schnell verschwunden sind. Außerdem haben die Hamster, wenn sie (nur in den Mischkultur-Feldern) andere Kulturen zur Verfügung hatten, kaum Weizen und Mais verzehrt. Diese Pflanzen blieben größtenteils unangetastet Dies zeigt, dass die grünen Teile dieser Kulturen als Nahrungsmittel nicht die ersten Wahl für Hamster sind, und daher für den Zeitraum der Fortpflanzung kaum geeignet sind.
Wenn andere ausreichend nährstoffhaltige Nahrungsmittel in seiner Umgebung vorhanden sind (Luzerne und Sonnenblume), wird der Hamster folglich diese Kulturen vorziehen. Man müsste nun untersuchen, in welchem Maß die Gegenwart einer Vielfalt von Kulturen im Habitat des Hamsters (ob sie nun an einem Feldrand, in den CIPAN (cultures intermédiaires pièges à nitrates, Nitrate bindende Zwischenkulturen) oder in Untersaaten vorkommen) es ermöglicht, die Schäden durch Hamster an bestimmten Kulturen (Weizen, Mais usw.) zu verringern.

Schlussfolgerung

Die Tatsache, dass sie gleichzeitig von einer höheren Vielfalt an Wildkräutern, Wirbellosen und ausgesäten Kulturen profitieren, scheint es den Hamstern ermöglicht zu haben, ihre Nahrungsbedürfnisse in den Feldern mit Mischkultur decken und sich normal fortpflanzen zu können (Abbildung 5, siehe auch Abbildung 3), im Gegensatz zu den Feldern „Mais“ und „Weizen“, wo die Fortpflanzungsrate für diese Spezies zu gering war.

Abbildung 5: Fotoserie von einem Weibchen mit einem Wurf von 3 Jungen in einem Feld mit Mischkultur (rechts).

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© IPHC – CNRS/Université de Strasbourg.

Diese Ergebnisse untermauern daher die Versuche, die von Landwirten im Rahmen des Projekts LIFE Alister, in Zusammenarbeit mit der CAA und dem ONCFS unternommen wurden. Deren Ziel war es, Lösungen für das Schaffen einer größeren Vielfalt in den Mais- und Weizen-Parzellen zu finden, indem man Untersaaten einbringt oder indem man Kulturen kombiniert. Sie festigen außerdem Saatversuche mit ähnlichen Kulturen in den CIPAN in den Parzellen mit stehendem Weizen, wo Hamster jedes Jahr verstärkt auftreten.

1 : http://www.grand-hamster-alsace.eu/au-cnrs-on-seme-du/

2 : http://www.grand-hamster-alsace.eu/premiere-portee-hamsters-nes-en-semi-captivite

3 : https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00442-017-4025-y

* Studie durchgeführt im Rahmen der Thesis von Mathilde Tissier und des Praktikums Master 2 von Floiran Kletty am IPHC (Institut Pluridisciplinaire Hubert Curien, Multidisziplinäres Institut Hubert Curien) (CNRS und Universität Straßburg), unter der Leitung von Caroline Habold, in Zusammenarbeit mit Yves Handrich

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