Früher habe ich wie alle anderen gearbeitet…

7 février 2019
 

Etwa zehn Landwirte, die an der Durchführung von Versuchen im Rahmen des Projekts LIFE Alister teilgenommen hatten, kamen Mitte Dezember 2018 auf Einladung der Landwirtschaftskammer und des ONCFS* zu einem Treffen zusammen. Im Anschluss an einige Workshops, bei denen sie eine Bilanz der Aktionen und des gemeinsam gegangenen Weges ziehen konnten, saß man gemütlich bei Flammkuchen und Gesprächen beieinander.

Obwohl die technischen Ergebnisse bestimmter Versuche manchmal enttäuschend waren, was zum Teil am Klima im Elsass lag, das in den letzten Jahren besonders kapriziös war, und zum Teil an den vielen technischen Faktoren, deren Beherrschung erst noch erlernt werden muss, haben die Landwirte eine sehr positive Bilanz ihrer Teilnahme am Projekt gezogen. Dieses hat es ihnen ermöglicht, neue Praktiken auszuprobieren und auch, sich auf neue Sicht- und Denkweisen einzulassen.

sdr

 

Im Allgemeinen positive Stimmen, aber auch etwas Kritik

« Früher habe ich wie alle anderen gearbeitet, ohne mir Fragen zu stellen. Dank der Versuche innerhalb des Projekts, aber auch dank der Schulungen, Studienfahrten und der Maßnahmen, die zum Schutz des Hamsters vorgeschlagen wurden, habe ich mein System weiterentwickelt. Zehn Jahre lang habe ich Mais in Monokultur angebaut, jetzt ist das völlig anders.  »

« Wir haben neue Dinge, neue Techniken, Kenntnisse über die Funktionsweise des Bodens, der Pflanzen, der Nützlinge gelernt; eine neue Art, unsere Arbeit zu sehen. »

« Manchmal war es interessant, gemeinsam überlegen zu können, sei es innerhalb der CUMA** der Elsässer Ebene oder bei den Treffen. »

« Mir ist klar geworden, dass meine Arbeitspraktiken seit Jahren nicht zu meinen Bestrebungen gepasst haben. Ich stellte mir keine Fragen, aber ich war nicht zufrieden. Das motiviert mich, nach Techniken zu suchen, die mir den Verzicht auf bestimmte Produkte ermöglichen. »

Die Landwirte sind der Ansicht, dass die Techniken der Untersaat, die noch nicht beherrscht werden, deshalb nicht aufgegeben werden dürfen. Zu den angetroffenen Schwierigkeiten gehört die gewisse Strenge, mit der die Versuche durchgeführt werden mussten. Dies bedauern die Landwirte, aber es hängt mit logistischen Fragen zusammen und damit, dass an den Aktionen viele Partner beteiligt waren. Die Landwirte hätten sich gewünscht, dass manche Versuche in Zusammenarbeit mit ihnen erarbeitet und durchgeführt worden wären, anstatt nur die biologischen Bedürfnisse des Hamsters zu berücksichtigen.

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Es bleibt noch viel zu tun

Die Landwirte wurden nach den Arbeiten gefragt, die über das Projekt hinaus weitergeführt werden sollten, und sie nannten viele Aspekte, z. B. Kulturen in Verbindung mit Hülsenfrüchten, Untersaaten mit Sorten oder Saatzeitpunkten, die besser an das Klima im Elsass angepasst sind, die Direktsaat, der Anbau von Weizen unter einer permanenten Luzernen-Decke und sogar die Idee, damit zu beginnen, Kulturmethoden oder -systeme auszuprobieren, die es ermöglichen, auf Glyphosat zu verzichten, denn dieses Mittel könnte in Kürze verboten werden. Hierfür müssen sie von Agronomen begleitet werden, den Austausch mit anderen innovativen Landwirten suchen, weitere Überlegungen anstellen und sich über ihre Erfahrungen mit ihren Nachbarn vor Ort austauschen.
Wichtig ist auch der Zugang zu speziellem landwirtschaftlichem Material und zu wissenschaftlichen Kenntnissen und Techniken auf diesen Gebieten der landwirtschaftlichen Ökologie, für welche eine Landwirtschaft der Bodenbewahrung ebenfalls wesentlich ist. Auch wenn es vielleicht ein kleines Pflänzchen bleibt: Es scheint so, als ob die im Rahmen des Projekts LIFE Alister durchgeführten Arbeiten sowohl zwischenmenschliche als auch technische Innovationen angeregt haben, was die Wahrnehmung des Berufs des Landwirts angeht.

Der Same wurde gelegt. Jetzt muss man sich um ihn kümmern und hoffen, dass alle Bedingungen zusammenspielen, damit es eine gute Ernte gibt.

Mehr dazu: Landwirtschaftliche Erklärfilme

Interview mit Hubert Charpentier

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