Internationale Hamster-Arbeitsgruppe, 23. Ausgabe

27 December 2016
 

Das allmähliche Verschwinden von Feldhamster-Populationen in Europa ist ausreichend besorgniserregend, so dass Wissenschaftler, Experten und fachkundige Laien, die sich seit 1994 mit dieser Frage der Arterhaltung beschäftigen, jedes Jahr zusammenkommen, um die Ergebnisse ihrer Arbeiten und ihre themenbezogenen Sachkenntnisse zu teilen.
Das diesjährige Treffen der Hamster-Arbeitsgruppe fand in Heidelberg in Deutschland vom 28. bis 30. Oktober 2016 statt.

Dieses Mal bot sich erneut die Gelegenheit für die Partner des LIFE Alister-Projekts, ihre Arbeiten vorzustellen, aber auch den Darlegungen von Forschern aus Polen, Tschechien, Russland, Deutschland, den Niederlanden und Österreich zuzuhören.

Fruchtbarer Austausch (Überschrift)

hamsterworkgroup_Manfred Sattler (2)Im Gegensatz zu Frankreich und den Niederlanden ist die Politik der Arterhaltung in den anderen Teilnehmerländern nicht Gegenstand von so sehr strukturierten Plänen. Dagegen begeistern sich verschiedene Forscher, Manager und Naturliebhaber für den Hamster und die Probleme, die die Abnahme der Populationen betreffen. Vor diesem für die Tierart delikaten Hintergrund ist es sinnvoll, die Gemeinschaften zu studieren, die dem Schwund standzuhalten scheinen. Zwei sehr interessante Fälle wurden von deutschen und osteuropäischen Teams präsentiert. In Deutschland verfolgt ein Team eine sehr dichte Population in Niedersachsen. In dieser Region ist es nicht ungewöhnlich, zahlreiche tote Hamster auf den Straßen vorzufinden, so wie es in Frankreich vor mehr als zwanzig Jahren der Fall war. Ihre Studie betrifft sowohl die Mittel zur Erhaltung dieser Population als auch die Beantwortung der Frage, woran es liegt, dass diese Gemeinschaft existiert und widersteht. Das andere Beispiel, das die Aufmerksamkeit unseres LIFE Alister-Teams besonders erregte, handelt von Feldhamstern, die sehr gut in städtischen Gebieten leben und sogar dazu neigen, ein Gewicht weit über dem Durchschnittsgewicht der Hamster in der elsässischen Tiefebene zu haben. Zur Erinnerung: bei den Feldhamstern im Elsass nahm das durchschnittliche Gewicht im Laufe des letzten Jahrhunderts (1937 bis 2014) um 21 % ab, was Folgen für ihr Überleben und ihre Fortpflanzungsfähigkeit haben könnte.

Präsentationen von CNRS, elsässischer Landwirtschaftskammer und ONCFS (Überschrift)

hamster workgroup_Manfred Sattler (5)

LIFE Alister engagierte sich, das Interesse der Vegetationsdecke für das Überleben der Populationen des Feldhamsters aufzuzeigen. Anhand der Erprobungn innovativer landwirtschaftlicher Praktiken, der Studien des Hamsterverhaltens unter der Vegetationsdecke und der Einschätzungen des Einflusses der Ernährung des Tieres auf seine Überlebensrate hoben die drei Partner das Interesse dieses Arbeitsschwerpunkts hervor, der nächstes Jahr auf dem offenen Feld und in einem größeren Maßstab weiter bearbeitet wird.

Es wurde auch über die ersten Ergebnisse der Stadtrand-Untersuchung diskutiert

Einmal mehr neigen diese Treffen dazu zu beweisen, dass der Austausch von Erfahrungen und Praktiken die Teams gegenseitig bereichern und ermöglichen, die Forschungen voranschreiten zu lassen. Mit den niederländischen Agronomen wurde übrigens ein Treffen beschlossen, um über die permanente Bodenbedeckung und Strip-Till im Elsass zu diskutieren.

 

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