KOLLOQUIUM ÜBER DIE FORTFÜHRUNG Die Lehren aus LIFE Alister

13 November 2018
 

Rufen wir uns in Erinnerung, dass LIFE Alister ein Versuchsprogramm für die Rettung des Feldhamsters ist, das zu 50% von der Europäischen Kommission finanziert wird und zu 25% vom Staat. Es wurde erarbeitet, um über Lösungen nachzudenken, die zur Rettung einer Art führen, die bis heute zu den am meisten bedrohten Säugetieren Europas gehört. In Ergänzung zu den PNA (Plans Nationaux d’Actions, nationalen Aktionsplänen), welche darauf abzielen, wildlebende Populationen kurzfristig zu stabilisieren, will das Programm LIFE Alister Praktiken erproben, welche langfristig zum Erhalt des Feldhamsters führen.

  

Die Grundlagen der nächsten Aktionen zur Rettung des Feldhamsters

LIFE Alister hat sich darum bemüht, Lösungen zu identifizieren, mit denen sich die langfristige Bewahrung der Art auf lebensfähigem Niveau vereinen lässt mit den Zielen der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung der Landwirte. Diese Lösungen werden als Maßstäbe für ein neues System zum Schutz des Feldhamsters dienen, das potentiell auf andere Arten in Europa übertragbar ist. Schon jetzt öffnet LIFE Alister den Weg zur Fortsetzung der Aktionen zur Erhaltung der Art. Diese Ergebnisse konnten im aktuellen PNA verwendet werden, insbesondere anhand der gemeinschaftlichen MAE (mesure agro-environnementale, landwirtschaftlich-umweltbewusste Maßnahme), und sind in großen Teilen in die Erstellung des 4. PNA eingeflossen, der Ende Oktober in Kraft trat. Er wird auch im Februar

Laurent Darley et Bernard Gerber

Laurent Darley, stellvertretender Direktor der DREAL** Grand Est und Bernard Gerber, Vizepräsident der Umweltkommission der Region Grand Est, beglückwünschen die Partner von LIFE Alister dazu, dass es ihnen gelungen ist, ein gut funktionierendes Team zu bilden, das zu einer wahren Arbeitsgemeinschaft geworden ist, die einfach nur ihre Aktionen zum Erhalt des Feldhamsters gemeinsam fortsetzen möchte (von links nach rechts)

Francis Humann

Aussagen von Landwirten beim Runden Tisch Nr. 1 (von links nach rechts)
Francis Humann, Landwirt und Vizepräsident der CUMA de la Plaine: „Die CUMA trug zum besseren Austausch zwischen den Landwirten bei. Man sagt einander, was funktioniert und was nicht.“
Laurent Fischer, Landwirt und Präsident des Vereins AFSAL***: „Es ist bemerkenswert, dass alles auf freiwilliger Basis gemacht wurde. Es gab keine Gebühren, keine Verbote.“
Vivien Ehrhart, Landwirt: „Es ist nicht einfach, Versuche zu unternehmen. Die anderen Landwirte schauen zu, und wenn es nicht funktioniert, sind sie schnell dabei, Kritik zu äußern!“.

Neue Arbeitsmethoden

Die Präsentation der Erkenntnisse aus LIFE Alister bot auch die Gelegenheit, auf die Veränderungen hinzuweisen, welche dieses Programm auf die Arbeitsweise der Akteure zur Rettung der Biodiversität im Elsass hervorgerufen hat. Viele Gewohnheiten, Glaubenssätze und Haltungen mussten über den Haufen geworfen werden, um zu konzertierten und effizienten Arbeitsweisen zu kommen. Entscheidungsbäume, Treffen zur Abstimmung, Schaffung einer CUMA*, die Landwirte mit unterschiedlichen Anbaupraktiken zusammenbringt, Beobachtungen im Feld, Pädagogik und Sensibilisierung sind die Werkzeuge, die geschaffen wurden, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die zur Rettung des Feldhamsters beitragen und die Biodiversität in der Elsässer Ebene verbessern.

Lessons that have already been put into practice

ateliers

Präsentation der Versuche zur Biologie der Böden durch die Landwirtschaftskammer des Elsass

Mehrere der Ergebnisse aus LIFE Alister haben bereits zu Veränderungen in den Praktiken geführt, ob dies nun die Landwirtschaft betrifft oder die Passagen für Kleintiere (siehe Runder Tisch 1 und 2). Andere Erkenntnisse ermöglichen ein besseres Verständnis der Biologie der Art und auch bessere Techniken, um die Tiere zu beobachten.

Ein Abenteuer für die Menschen

partenaires life alister

Einige der Partner bei LIFE Alister mit den Landwirten, die an den Nachmittags-Workshops teilgenommen hatten, und mit Bernard Gerber, dem Vizepräsidenten der Umweltkommission der Region Grand Est.

Von Beginn an hatte sich das Programm das ehrgeizige Ziel auf die Fahnen geschrieben, innovativ an den Schutz des Feldhamsters heranzugehen. Man kann sagen, dass man im Bereich der Landwirtschaft, der Versuche in Stadtnähe und insbesondere in der Information der Öffentlichkeit Mut bewiesen hat. Die Akteure im Rahmen von LIFE Alister sind Pioniere im Finden von Lösungen, die dem Feldhamster zuträglich und mit den Tätigkeiten des Menschen vereinbar sind. Zum ersten Mal haben die Landwirtschaft, die Forscher des CNRS**** und des ONCFS***** zusammengearbeitet, um ihre Ergebnisse zusammenzuführen und um ihre Kenntnisse der Biologie der Art und der landwirtschaftlichen Zwänge miteinander zu verknüpfen. Dieses Projekt setzte den Akzent auf die absolute Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit vieler Partner.

*CUMA, Coopérative d’utilisation de matériel agricole en commun, Kooperative zur gemeinsamen Nutzung landwirtschaftlicher Geräte

** DREAL, Direction régionale de l’environnement, de l’aménagement et du logement, Regionaldirektion für Umwelt, Raumplanung und Wohnen

***AFSAL, Agriculteurs et Faune Sauvage Alsace, Landwirte und wildlebende Tiere Elsass

****CNRS, Centre National de la Recherche Scientifique, Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

***** ONCFS, Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, Französisches Amt für Jagd und wildlebende Tiere

 

 

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