ALISTER beim internationalen Kolloquium Hamster Workgroup 2014

17 février 2015
 

Seit rund zwanzig Jahren kommen Forscher aus einer Vielzahl europäischer Staaten jedes Jahr zusammen, um die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.

Das 21. Internationale Treffen spielte sich dieses Jahr vom 14. bis 16. November 2014 in Deutschland ab und hatte als Thema „Die Zukunft des gemeinen Hamsters: regionale Erhaltung, einzelstaatliche Verantwortlichkeiten und internationale Zusammenarbeit“.

Die Forscher und Naturalisten, vereint im Frankfurter Naturkundemuseum und dann im Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen, stellten die Ergebnisse ihrer laufenden Forschungen über sehr verschiedenartige Themen vor: archeologische Forschungen, um die Präsenzentwicklung der Tierart in Europa seit der Vorgeschichte zu schildern, Populationsentwicklungen mit Augenzeugenberichten aus zahlreichen Staaten von Russland bis zu den Niederlanden, Physiologie der Fortpflanzung, Ernährung oder Überwinterung des Hamsters, Verhalten des Hamsters in städtischen Gebieten auf der Krim usw. Die wissenschaftlichen Daten sind noch sehr bruchstückhaft über jenes Tier, das lange Zeit als schädlich angesehen oder einfach wegen seines Fells gejagt wurde. Gleichwohl führen die Mehrheit der Studien auf dem Kontinent im Niedergang begriffene, ja sogar bedrohte Populationen an. Manche Studien waren auf agro-ökologische Maßnahmen ausgerichtet, eingeleitet in den verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, um die Tierart zu schützen, wogegen andere sehr interessante Einzelheiten über die Biologie des Hamsters beisteuerten.

Wissenschaftler wiesen z. B. nach, dass der Hamster im Winterschlaf Energie spart, indem er seine Körpertemparatur auf etwa 4° C absenkt. Er wacht im Winter regelmäßig auf und ändert dann seine Temperatur in wenigen Minuten von 4 auf 37° C, bevor er sich wieder in den „Schlafmodus“ versetzt. Während dieser Aufwachzeiten sucht er nach Nahrung, was eine außergewöhnliche Tatsache bei einem Winterschlaf haltenden Tier ist. Gewöhnlich senken die Tiere entweder ihre Körpertemperatur oder speichern Nahrung, um sich im Bau zu ernähren; der Hamster macht beides.

Hamster Workgroup meeting 2014Auf französischer Seite waren mehrere Partner des LIFE ALISTER-Projekts anwesend: Landwirtschaftskammer der Region Elsass, CNRS, ONCFS und GEPMA. Das CNRS präsentierte laufende Arbeiten über den Klimawandel, den Speisezettel und die Fortpflanzung des Hamsters sowie über das Verhalten des Hamsters angesichts seiner Fressfeinde, wogegen das ONCFS und die Landwirtschaftskammer die neuen gemeinsamen agro-ökologischen Maßnahmen sowie die ersten agronomischen und ökologischen Resultate über die vom ALISTER-Projekt betreuten Parzellen vorstellten.

Dieses Treffen war folglich die Gelegenheit für die Projektpartner, Informationen sammeln zu gehen und sich über den Hamster, aber auch über die im Elsass und anderswo in Europa zu seiner Erhaltung eingeleiteten Maßnahmen auszutauschen.

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