So schnell wie möglich nach der Ernte eine Vegetationsdecke säen, um den Lebensraum des Hamsters zu verbessern!

28 décembre 2016
 

Im Rahmen der ALISTER-Aktionen für Zwecke der Verbesserung des Lebensraums des Hamsters suchen die LIFE-Partner nach landwirtschaftlichen Praktiken, die das Vorhandensein einer Vegetationsdecke während der gesamten Aktivitätssaison (April bis Oktober) des Nagetiers gewährleisten können. Diese Vegetation würde dem Hamster ermöglichen, sich zu ernähren, aber auch sich vor Fressfeinden zu verstecken. 

Die Vegetationsdecke, deren Anpflanzung im Übrigen obligatorisch im Rahmen des Bodenschutzes ist, könnte eine sehr wichtige Rolle beim Überleben der Feldhamster in der elsässischen Tiefebene spielen. Seit 2014 werden mehrere Experimente auf offenen Feldern mit am Prozess beteiligten Landwirten durchgeführt. In Abhängigkeit von den Anbauten sind die Anforderungen nicht die gleichen, sei es von einem agrarwissenschaftlichen oder faunistischen Gesichtspunkt aus.

  • Beim Mais liegt die kritische Periode zwischen dem Aufwachen des Feldhamsters aus dem Winterschlaf (im April) und dem Moment, in dem die Pflanze durch Bodenabdeckung ihre Schutzrolle spielt (im Juni). Die Idee ist, den Mais durch eine andere Abdeckung hindurch zu säen. Die Tests befinden sich noch im experimentellen Stadium, da der Mais eine Pflanze ist, die vom Wettbewerb um Wasser mit anderen Pflanzen nichts hält, und wir noch dazu lernen müssen, sehr spezifische Verfahren zu beherrschen (z. B. Strip-Till).
  • Beim Weizenanbau tritt die kritische Phase nach der Ernte, d. h. Mitte Juli, ein. Eine schnell wachsende, nitrataufsaugende Zwischenkultur (sogenannte CIPAN – Culture Intermédiaire Piège à Nitrates), im Allgemeinen bestehend aus Ackersenf, Hafer oder Wicke, wird nach der Ernte ausgesät, da sie eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Nitratbelastung von Oberflächen- und Grundwasser spielt.

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Ende September aufgenommenes Foto von zwei Parzellen, die beide in 2016 mit Weizen bepflanzt wurden. Rechts wurde die CIPAN 9 Tage nach der Ernte ausgesät.

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Ein Nyger-Blätter genießender Feldhamster; Pflanze aus der Zwischenkulturabdeckung auf dem innovativen Flurstück in Obernai.

 

Die Zwischenkulturabdeckung stellt ein echtes Interesse am Boden und an der biologischen Vielfalt dar. Das Agrifaune-Netzwerk (bestehend aus ONCFS, FNSEA, Nationalem Jägerverband und der Ständigen Versammlung der Landwirtschaftskammern) empfiehlt Vegetationsdecken aus mindestens 2-4 Pflanzenarten (für weitere Informationen siehe). Es ist nämlich ratsamer, für eine Pflanzenmischung zu optieren, da jede Art von besonderem Interesse ist, sowohl agrarwissenschaftlich (Verbesserung der Bodenstruktur, Reduktion des Wasserabflusses oder Erosion im Winter) als auch faunistisch (Schutzabdeckung für Wildtiere, Trachtpflanzen usw.).

Auf den innovativen Flurstücken der LIFE ALISTER-Versuche fiel die Wahl auf eine Mischung aus 26 % hartem Hafer (Energie- und Proteinquelle insbesondere für die Aufzucht der letzten Hamsterwürfe), 26 % Rotklee und 26 % Inkarnatklee (sehr schmackhafte Leguminosen für Hamster; sie tragen auch dazu bei, Stickstoff im Boden zu fixieren und widerstehen dem Winter), 11 % Sonnenblume (reich an Linolsäure, Komponente von wesentlicher Bedeutung für den Winterschlaf des Hamsters) sowie 11 % Nyger (gegen Trockenheit resistente Pflanze, was eine Abdeckung bei hohen Temperaturen gewährleistet).

Vorverlegen des CIPAN-Aussaat-Zeitpunkts erfordert keine besonderen landwirtschaftlichen Techniken. Ihr Erfolg ist sicherlich abhängig von der Witterung (wie so oft in der Landwirtschaft), aber dies ermöglicht, schnell eine Vegetationsdecke auszubreiten, die der Tierwelt der Felder zugute kommt. Aus diesem Grund empfiehlt das Team des LIFE Alister-Projekts nachdrücklich, die Zeitpunkte von Zwischenkulturaussaaten und Ernten möglichst anzunähern.

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Tagpfauenauge auf Sonnenblumenblüte 

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Schwalbenschwanz auf Kleeblüte

 

Im September 2016 konnten wir viele Insektenarten auf den LIFE Alister-Versuchsflächen beobachten. Wir weisen darauf hin, dass die bestäubenden Insekten eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt spielen und einen bedeutenden ökologischen UND WIRTSCHAFTLICHEN Beitrag leisten. 80 % der wichtigsten Nutzpflanzen sind völlig abhängig von tierischen Bestäubern*

 

* L. Pfiffner and A. Müller, “Abeilles sauvages et pollinisation,” FIBL, Faits et chiffres, p. 8, 2007. A.-M. Klein, B. E. Vaissière, J. H. Cane, I. Steffan-Dewenter, S. A. Cunningham, C. Kremen, and T. Tscharntke, “Importance of pollinators in changing landscapes for world crops.,” Proc. Biol. Sci., vol. 274, no. 1608, pp. 66, 95–96, 191, 2007.

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